Kleinere gewerbliche Hausverwaltungen kennen das: Objekte verteilt über die DACH-Region, ein Mix aus Altbau und Neubau. Keines mit verwalteter Anbindung an die Zentrale. Kameras, die lokal auf NVRs aufzeichnen. Zutrittskontrolle ohne zentrale Verwaltung. Gebäudetechnik, die nur vor Ort funktioniert. Dazu der Wunsch, Mietern und Besuchern an einzelnen Standorten Public WiFi anzubieten. Das Team sitzt zwei Tage pro Woche im Auto.
SD-WAN wäre die naheliegende Lösung – aber für 60 Standorte lagen die Angebote bei 15.000–25.000€ im Monat. Hardware, Lizenzen pro Standort, Managed Services. Noch bevor eine Kamera angebunden oder ein Internetanschluss bestellt war.
Diese Fallstudie zeigt, wie sich Konnektivität, Videoüberwachung und Public WiFi auch anders umsetzen lassen.
Die Anforderungen
Im Grunde simpel – es sollte einfach alles zusammenspielen:
- Sichere Verbindung zwischen allen 60 Objekten und der Zentrale
- Videoüberwachung zentral abrufbar und gespeichert
- Zutrittskontrolle mit zentraler Mieterverwaltung
- Gebäudetechnik – Heizung, Klima, Lüftung im Blick
- Ein Ansprechpartner für alles
Gerade der letzte Punkt war entscheidend. Die kannten das schon: Kamera-Lieferant schiebt's auf den Netzwerker, der auf den Provider, der auf die Firewall. Am Ende fühlt sich keiner zuständig. Das wollten sie nicht mehr.
Unser Ansatz
Wir haben ZERO-CONNECT als Basis vorgeschlagen. Pro Standort ein verwalteter Router, der sich über den vorhandenen Internetanschluss mit unserer Infrastruktur verbindet. Kein Austausch von funktionierender Technik. Kein Provider-Wechsel. Einfach ein kleines Gerät hinter dem bestehenden Anschluss, das sichere Tunnel zu allen anderen Standorten und zur Zentrale aufbaut.
Die Rechnung: 69€ pro Standort im Monat, dazu 1€ pro Mbps für die tatsächlich genutzte Bandbreite. Bei 60 Standorten mit normalem Bedarf landet man bei 5.000–6.000€ monatlich. Weniger als ein Drittel von dem, was die SD-WAN-Anbieter aufgerufen hatten.
Aber der eigentliche Vorteil war nicht die Kostenersparnis. Sondern: ein Ansprechpartner für alles.
Anbindung der Standorte
Die Hälfte der Objekte hatte brauchbare Anschlüsse. Standard-Tarife, 100–500 Mbps asymmetrisch. Reicht für Kameras und Gebäudetechnik. Da musste nur unser Router hinter den vorhandenen angeschlossen werden.
Bei der anderen Hälfte sah es gemischt aus. Manche hatten DSL, das den Namen Breitband kaum verdient. Einige hatten gar keinen Festnetzanschluss – ländliche Gewerbegebiete, wo kein Provider ausgebaut hat.
Wir haben geholfen, passende Lösungen zu finden:
- Glasfaser, wo möglich: Abstimmung mit lokalen Anbietern, Verträge, Termine – das Übliche
- LTE/5G für abgelegene Standorte: Geschäftskundentarife mit Außenantennen für besseren Empfang. Nicht so schnell wie Glasfaser, aber stabil genug für Kameras und Gebäudetechnik
- Redundante Anbindung für kritische Standorte: Glasfaser als Hauptleitung, LTE als Backup mit automatischem Failover. Die Zentrale und die wichtigsten Objekte haben das bekommen
Wir sind selbst NSP (AS215197), aber nicht für die letzte Meile. Gegen Deutsche Telekom und Co. bei Consumer-Glasfaser antreten? Nicht unser Geschäft. Aber wir wissen, welche Anbieter wo was können – und helfen dabei, den passenden zu finden.
Installation per Telefon
60 Standorte in der DACH-Region. Überall Techniker hinschicken? Hätte noch länger gedauert und ein Vermögen gekostet. Stattdessen: Vorkonfigurierte Router direkt ans Objekt schicken und den Hausmeister oder Elektriker vor Ort telefonisch durch die Installation führen.
Der Ablauf:
- Wir konfigurieren den Router mit allen standortspezifischen Einstellungen
- Versand ans Objekt mit kurzer Anleitung
- Ansprechpartner vor Ort steckt Strom und Netzwerkkabel ein
- Router meldet sich bei uns, wir prüfen die Verbindung
- Kurzes Telefonat, falls was klemmt
Die meisten Installationen waren in unter einer Stunde erledigt. Bei manchen hat's länger gedauert – etwa wenn der Provider-Router im abgeschlossenen Schrank hing und keiner den Schlüssel hatte.
Alle 60 Standorte in drei Monaten. Eine Dienstreise für einen besonders schwierigen Standort. Sonst alles per Telefon.
Zentrale Videoüberwachung
An etwa 40 Objekten hingen Kameras. Verschiedene Hersteller, verschiedene Generationen. Manche zeichneten auf lokale NVRs auf, die niemand kontrollierte. Andere hatten Cloud-Abos, die längst ausgelaufen waren. Wieder andere hatten gar nichts.
Wir haben Ubiquiti UniFi Protect vorgeschlagen. Nicht weil's das Günstigste oder Funktionsreichste ist – sondern weil's solide läuft, die Oberfläche übersichtlich ist und es sich sauber integrieren lässt. Der Kunde hat sich dafür entschieden, wir haben bei der Umsetzung unterstützt.
Die Architektur:
- Kameras vor Ort: UniFi G5 und G6, verschiedene Modelle je nach Einsatzzweck
- Zentrale Speicherung: Alles läuft direkt auf eine UniFi Protect-Instanz in unserem Rechenzentrum
- Verwaltung durch uns: Wir kümmern uns um die Technik, der Kunde bekommt eine saubere Web-Oberfläche und Mobile-App – Zugriff per VPN
Das Team kann jetzt von überall auf jede Kamera zugreifen. Wenn ein Mieter einen Einbruchsversuch meldet, ist das Material schon gesichtet, bevor die Polizei eintrifft.
Die Aufnahmen liegen in unserem Frankfurter Rechenzentrum. 30 Tage Vorhaltezeit, bei Bedarf länger. Die Daten bleiben in Deutschland – relevant für DSGVO und das Vertrauen der Mieter.
Gebäudetechnik
Etwa 20 der neueren Objekte hatten Gebäudeautomation für Heizung, Klima und Lüftung. Verschiedene Hersteller, verschiedene Protokolle – aber alles netzwerkfähig. Das Problem: Die Daten kamen nirgendwo zentral an.
Mit ZERO-CONNECT war die Verbindung da. Wir haben bei der Anbindung geholfen:
- HLK-Steuerungen: Sollwerte, Laufzeiten, Störmeldungen
- Energiezähler: Verbrauchsdaten für Abrechnung und Optimierung
- Zutrittskontrolle: Türsteuerungen mit zentraler Rechteverwaltung
- Sensoren: Wassermelder, Luftfeuchte, Belegung
Wir sind keine Gebäudeautomations-Spezialisten. Wir haben weder das BMS konfiguriert noch Zeitpläne optimiert. Aber wir haben mit deren Systemintegratoren und Software-Anbietern koordiniert, damit die Daten von jedem Objekt ankommen, wo sie hingehören. Aktuell läuft das auf deren Management-Systeme bei AWS. Wir liefern die sichere Verbindung zwischen Gebäuden und Cloud.
Bei der Zutrittskontrolle hat zentrale Verwaltung einiges vereinfacht: Neuer Mieter? Rechte anlegen, Türen freischalten, fertig. Mieter zieht aus? Ein Klick, Zugang überall gesperrt.
Das Ergebnis
Nach einem halben Jahr:
- 60 Standorte vernetzt – sicher und zentral verwaltet
- Videoüberwachung an über 40 Objekten, zentral abrufbar
- Gebäudetechnik von 20 Objekten im Monitoring
- Eine Rechnung statt dutzender Einzelverträge
- Ein Ansprechpartner für Netzwerk, Video und Anbindung
Das Team, das vorher zwei Tage pro Woche unterwegs war, erledigt das meiste jetzt vom Schreibtisch. Wenn jemand doch rausfährt, weiß er vorher schon, was ihn erwartet.
Die Gesamtkosten: rund 6.500€ im Monat. Vernetzung, Überwachung, Video-Infrastruktur, Support – alles zusammen. Etwa ein Viertel von dem, was die SD-WAN-Anbieter allein fürs Netzwerk haben wollten.
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Jedes Immobilienportfolio ist anders. Wir schauen uns gerne an, was bei Ihnen Sinn macht.